Feldstudie „Neuzuwanderer und Alteingesessene in deutschen Städten“

Feldstudie „Neuzuwanderer und Alteingesessene in deutschen Städten – Bulgarische und rumänische Zuwanderer und ihre Wahrnehmung durch die altein­gesessene Bevölkerung“

Projektlaufzeit: 1.4.2015-31.10.2015

Projektbeschreibung:

Seit dem Beitritt von Bulgarien und Rumänien zur Europäischen Union zum 1.1.2007 und der damit hergestellten Personen- und Arbeitnehmerfreizügigkeit erfolgt eine starke Zuwanderung bulgarischer und rumänischer Staatsbürger in verschiedene deutsche Städte. Häufig handelt es sich hierbei um Kommunen in einer schwierigen finanziellen wie soziostrukturellen Situation. Innerhalb dieser Städte hat die Zuwanderung sich darüber hinaus stark auf Stadtteile konzentriert, die bereits durch hohe soziale Belastungen gekennzeichnet sind.

Aufgrund der teilweise geringen Qualifikation der neuen Zuwanderer und ihrer mangelhaften Integ­ration in den Arbeitsmarkt sowie erheblichen Problemen bei der Bereitstellung einer angemessenen Wohn- und Gesundheitsversorgung stehen die betroffenen Städte vor großen strukturellen Heraus­forderungen. In Verbindung mit einer nicht immer unproblematischen Wahrnehmung der Neuzu­wanderer durch die alteingesessene Stadtbevölkerung ist es vereinzelt auch zu schwerwiegen­den Störungen im nachbarschaftlichen Zusammenleben gekommen.

Für eine erfolgreiche Integration zwischen Zuwanderern und Alteingesessenen gilt es die Perspektive aller beteiligten Gruppen zu beachten. Das bedeutet auf der einen Seite danach zu fragen, wel­che Fähigkeiten, Voraussetzungen und Motivationen auf Seiten der Neuzuwanderer vorliegen, um an den wirtschaft­lichen, sozialen und kulturellen Zu­sammenhängen der jeweiligen Stadtgesell­schaft gleich­berechtigt partizipieren zu können. Zum anderen ist zu fragen, inwieweit die etablierte Stadt­ge­sell­schaft den Zugewanderten nicht nur die für ihre angemessene Teilhabe an wichtigen Lebens­be­rei­chen notwen­digen Ressourcen zur Verfü­gung stellen, sondern sich auch im Denken und Handeln gegen­über ihren neuen Bürgern öffnet.

Bisher liegen zu beiden Aspekten kaum wissenschaftlichen Studien vor. Dies betrifft allem die kleinräumige Situation in den Ortsteilen, die mit den genannten Herausforderungen im besonderen Maße konfrontiert sind. Dieses Defizit soll durch eine Feldstudie im Duisburger Ortsteil Marxloh an­ge­gangen werden, in dem sich die Anzahl der bulgarischen und rumänischen Zuwanderer in den letzten beiden Jahren nahezu verdreifacht hat.

Im Rahmen qualitativer Interviews wird die Entwicklung und aktuelle Situation auf kleinräumiger Ebene untersucht. Hierzu werden die bulgarischen und rumänischen Zuwanderer entlang ihrer Bildungs-, Berufs- und Wohnsituation, den möglichen Diskriminierungserfahrungen, ihren Wan­de­rungs­motiven und ihrer ethnisch-kulturellen und regionalen Herkunft befragt. Die Interviews mit der alt­ein­ge­ses­senen Bevölkerung – mit und ohne Migrationshintergrund – dienen der Ermittlung von Ein­stel­lun­gen und Verhaltensweisen gegenüber den Zuwanderern. Darüber hinaus werden in der Un­ter­su­chung Interviews durchgeführt mit Experten, die beruflich mit unterschiedlichen Aspekten der ak­tuellen Zuwanderung befasst sind.

Die Ergebnisse der Studie sollen einerseits einen Beitrag zur Versachlichung der öffentlichen Debatte über die Situation in den betroffenen Städten und Stadtteilen leisten, zum anderen die Wissensbasis für gezielte ordnungs-, sozial- und bildungspolitische Maßnahmen zur Verbesserung dieser Situation zur Verfügung stellen.

Die Studie wird von der Open Society Initiative for Europe gefördert und in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Mercator, RuhrFutur, dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Duisburg und der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) durchgeführt. Im Rahmen eines politischen und wissenschaftlichen Beirats werden Vertreter aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, wis­senschaft­lichen Institute und der Stadtverwaltung an der Studie beteiligt.

Geplant ist eine Fortsetzung der Studie im Rahmen einer Repräsentativbefragung der genannten Grup­pen in Duisburg und anderen betroffenen Städten.

Inzwischen liegen die Ergebnisse der Studie vor. Erste zusammenfassende Ergebnisse enthält eine in deutscher und englischer Sprache veröffentlichte Informationsbroschüre. Die Gesamtstudie erscheint im Frühjahr 2017 als E-Book und als Printpublikation im SV-Springerverlag.

Download der deutschen Informationsbroschüre (PDF)

Download der englischen Informationsbroschüre (PDF)

Ansprechpartner:

Dr. Stefan Böckler
Tel. 0203/2832633
E-Mail: s.boeckler@nurec.de

 

 

 

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